16. Februar 2018

Unser Vortrag auf der Buchmesse in Leipzig - Gewinnspiel

Liebe Leser,
wir hatten neulich aufgerufen, für uns abzustimmen, als wir uns für einen Vortrag auf der Leipziger Buchmesse bewarben. Und, was soll ich sagen, es hat geklappt! 
Danke an alle, die für uns gestimmt haben!

Jens und ich werden am Sonntag, den 18.März in Leipzig im Rahmen der blogger sessions um 14.30 Uhr auf der Bühne stehen.
Unser Thema lautet: "Die wilde Geschichte der Umbruchsjahre 2015-2017" – Wir ordnen die Gegenwart, die von vielen als krisenhaft, bzw. als Umbruch empfunden wird, neu ein. 
Die Zeit ist leider auf 30 Minuten begrenzt, aber Feedback ist dennoch möglich und vielleicht ist die Eine oder der Andere vor Ort und wir kommen ins Gespräch!

Wir verlosen außerdem 1x2 Tagestickets, die wir freundlicherweise von der Buchmesse bereitgestellt bekommen haben. 
Die Tickets sind für einen frei wählbaren Tag der Messe (15-18. März) nutzbar, der Leipziger Nahverkehr ist inklusive. 

Wer Interesse hat, schreibt bis Montag, 19. Februar, eine Mail an: 
post <at> tim-sarianidis<punkt>de

Unter allen Einsendern losen wir den Gewinner aus.

29. Januar 2018

Der Präsident

Peter Fischer ist kein Mann, der sich immer ganz korrekt ausdrückt. Etwas, was ihm in der aktuellen Diskussion auch auf die Füße fällt. Aber er hat eine Haltung: der Präsident des Sportvereins Eintracht Frankfurt 1899 e.V. unterstrich in einer Rede auf der gestrigen Mitgliederversammlung, warum er keine AfD-Mitglieder bei Eintracht Frankfurt haben will. Er legt sich so mit der aktuell dynamischsten Partei Deutschlands an, ganz bewusst. Er bekennt sich, zum liberalen Staat, zu Weltoffenheit.
Der Vorwurf, dass Fischer nur Schwarz und Weiß sieht, liegt natürlich ums Eck. Mindestens, was die politische Lage in Ostdeutschland angeht, bin ich für eine offene Auseinandersetzung in alle Richtungen, auch mit der AfD. Ob der Eintracht-Präsident es sich zu einfach macht und Protestwähler ausgrenzt? Vielleicht.
Dennoch hat Peter Fischer recht. Und zwar sowas von. 

27. Januar 2018

The End of the Fucking World. Endlich! – beinahe.


Nach den Comics von Charles Forsman erzählt Jonathan Entwistle die Geschichte zweier Teenager, die aus ihrer englischen Kleinstadt – Alyssa: The most boring town on the planet – und vor ihren Eltern – Alyssa: Your Dad´s a prick James: I know – davonlaufen. Eine weitere Comic-Verfilmung. Gott sei Dank nicht schon wieder mit Superhelden. Ein weiteres Roadmovie. Gott sei Dank mal wieder.

21. Januar 2018

#Me Too. Ich und der Kulturkampf.


Ich bin mit derben, mitunter frauenfeindlichen Witzen aufgewachsen. Obwohl in zivilisiertem Umfeld sozialisiert, durchlief ich in meiner Pubertät und frühen Jugend auch eine Schule des Machismus. Zum Glück habe ich mich entwickelt. Nicht weil ich mich sozial erwünscht verhalten möchte, das ist mir egal, in Zeiten indoktrinierter Political Correctness ja geradezu zuwider. Aber ein Leben im Einverständnis mit Frauen fühlt sich ganz einfach besser an. Zugleich fühle ich mich selbstbewusst heterosexuell. Als Indiz hierfür kann ich anführen, dass ich noch nie das Bedürfnis hatte, meine Identität durch einen Hipster-Bart oder einen fetten Wagen zu kompensieren. Schön für mich. Aber weshalb dieser persönliche Einstieg in die Debatte?

27. Dezember 2017

Star Wars 8: Das Hollywood-Theorem


Auch ich habe den neuen Star Wars-Streifen gesehen, ich konnte nicht anders, ich stand schon 1983 für „Rückkehr der Jedi-Retter“ an, ich bin unrettbar verloren, ich schaue die Fortsetzungen, von denen ich weiß, dass sie nicht gut sein können.
Aber ich will keinen Verriss schreiben. Sondern: Star Wars 8, The Last Jedi, ist berechnet worden. Mithilfe von Computern. Ungefähr so, wie eine neue Porsche-Karosserie. Und das ist gar nicht zynisch gemeint.

Der Beginn des Films reicht aus, um das zu erkennen. Er
folgt kalkulierter, traumhafter Irrlogik: Die Guten werden von den Bösen, der "Ersten Ordnung“ gejagt. Wie diese entstand, warum sie plötzlich dominiert, woher ihre riesigen Raumschiffe kommen, all das ist wurscht und wird nicht erklärt. Wichtig ist nicht die Geschichte, sondern die Erwartung der Zuschauer. Das Konzept "Wenige Gute im Kampf gegen viele Böse" ist seit 1977 etabliert. Logikfehler spielen keine Rolle, #emotionstrigger dagegen sehr.
Alle inhaltliche Auseinandersetzung ist müßig, alle Interpretation akademisch. Handlung, Actionszenen und humorige Einlagen sind fein aufeinander abgestimmte Zutaten, die den Zuschauer mitzureißen haben. Sie machen keinen Sinn, aber wirken so, als täten sie es. 

Willkommen in der Postmoderne. 
Erkennbar ist das an vielen Details. Die Charaktere zum Beispiel verweisen auf nichts außer auf sich selbst – „Finn“ etwa: Er fällt mehr durch den Film, als er in irgendeine Weise eine Handlung trägt. Auch Referenzen haben nur eine Art Geschichtsdesign-Funktion – der Zuschauer soll emotionalisiert und damit dran bleiben. Übrigens bleibt Liebe oder Sexualität außen vor. Frauen und Männer könnten ihre Rollen beliebig tauschen, der Film bliebe der Gleiche. 

Viele gehen Disney auf den Leim. Hannah Pilarczyk bei Spiegel Online ist begeistert und gewinnt dem Film Tiefe ab. Ich glaube dagegen, aller Inhalt, alle Charakterisierungen dienen bloß dem Effekt, der Oberfläche, dem Design und letztlich dem Umsatz. Das ist gar nicht so pessimistisch gemeint, es macht ja Spaß. Ernst nehmen sollte man das alles halt nicht. Erkennt man die Computer-Perspektive, ist "The Last Jedi" als Film nur schwer diskutierbar.

Zwei Dumme, ein Gedanke: Mark Wachholz hatte völlig unabhängig von mir eine ganz ähnliche, weit geschliffenere Theorie: Big Data hat bei Star Wars das Sagen.